Israelbezogener Antisemitismus

Wissenschaftliche Medienanalyse zur Israelberichterstattung

Laut einer repräsentativen Studie des American Jewish Committee Berlin aus dem Jahr 2022 sind die Einstellungen gegenüber Jüdinnen:Juden eng mit der Haltung zum Staat Israel verbunden. Auch deswegen ist das durch die Medien vermittelte Israelbild von zentraler Bedeutung. Verzerrende mediale Darstellungen könnten zu einem negativen Israelbild sowie antiisraelischem Antisemitismus beitragen.

In den letzten Jahren wurde wiederholt auf Verzerrungen in der Israelberichterstattung von Zeitungen, Online-Presse und Fernsehsendern hingewiesen. In medialen Berichten zu Israel und zum israelisch-palästinensischen Konflikt würden Sachverhalte oft nicht ausreichend kontextualisiert, historisch eingeordnet oder eindeutig beschrieben. In Einzelfällen komme es auch zu Fehlern in der Berichterstattung. Teilweise würden zudem antisemitische Tropen für die Beschreibung gegenwärtiger Konfliktfelder benutzt, die historischen antijudaistischen Narrativen entstammen.

Welchen Stellenwert nehmen diese Fehler, Entkontextualisierungen und Stereotype in der Berichterstattung zu Israel ein? Gibt es bestimmte wiederkehrende Muster? Aktuelle und belastbare wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu diesen Fragen sind rar. Im Rahmen dieses Projektes soll deshalb auf Basis der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben (NASAS) eine systematische Studie zur Israelberichterstattung mit Fokus auf antiisraelischen Antisemitismus konzeptioniert werden. Dafür wird zunächst eine qualitative Fallstudie erstellt, die unterschiedliche problematische Phänomene in der Berichterstattung klassifiziert und analysiert sowie den Stellenwert und die Art der Nutzung (latent) antisemitischer Begrifflichkeiten und Topoi untersucht.

Außerdem wird sondiert, mit welchen externen wissenschaftlichen Einrichtungen kooperiert und mit welchen Partnerorganisationen eine Strategie für Gesprächs- und Weiterbildungsformate für Journalist:innen entwickelt werden kann.

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Projekt „Israelbezogener Antisemitismus (Projektierung)“
Dauer: 15.06.-31.12.2023